Einnahme von Kollagen
Die Frage, ob Kollagen als Nahrungsergänzung tatsächlich wirkt, ist berechtigt – und wird sowohl von Verbraucher:innen als auch in der Wissenschaft regelmäßig diskutiert.
Ist die Einnahme von Kollagen wirklich sinnvoll?
Kollagen ist ein körpereigenes Struktur-Eiweiß, das für die Festigkeit und Elastizität von Haut, Gelenken, Bindegewebe und Knochen unerlässlich ist. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die körpereigene Produktion – ein Prozess, der sich nicht vollständig aufhalten lässt, aber durchaus unterstützbar ist.
Hier setzt die Ergänzung mit Kollagen an. Zahlreiche Studien zeigen, dass hydrolysiertes Kollagen, also in Peptide aufgespaltenes Kollagen, vom Körper aufgenommen und zur Bildung neuer Kollagenstrukturen verwendet werden kann. Die enthaltenen Aminosäuren dienen als Bausteine, während zusätzliche Nährstoffe – allen voran Vitamin C – den körpereigenen Aufbauprozess aktiv anregen. Besonders bei einer längerfristigen Einnahme von mehreren Wochen lassen sich positive Effekte auf Hautelastizität, Feuchtigkeitsgehalt der Haut, Gelenkkomfort oder die Stabilität des Bindegewebes beobachten.
Was zeigen die Studien wirklich?
"Die Daten zu Kollagen sind vielversprechend, aber nicht eindeutig. Mehrere Analysen berichten von Verbesserungen bei der Hautfeuchtigkeit und der Elastizität, teilweise auch bei Falten. Gleichzeitig zeigt eine kritischere Auswertung von 2025: Betrachtet man nur qualitativ hochwertigere oder nicht industriefinanzierte Studien, werden die Effekte deutlich weniger klar.
Grundsätzlich lässt sich die Datenlage so zusammenfassen, dass die Kollagensupplementation ein wiederkehrendes positives Signal liefert, insbesondere für Feuchtigkeit und Elastizität. Wie groß und verlässlich der Effekt tatsächlich ist, lässt sich bislang nicht abschließend sagen.
Ebenso bedeutet eine messbare Verbesserung der Hautelastizität nicht automatisch, dass man im Spiegel plötzlich deutlich jünger aussieht. Wenn Kollagen wirkt, sind eher moderate Veränderungen über mehrere Wochen realistisch."
- Frau Dr. Dorothea Portius
Worauf kommt es an, damit eine Wirkung erzielt wird?
Qualität
Zunächst kommt es auf die Qualität des verwendeten Kollagens an. Besonders gut verwertbar ist hydrolysiertes Kollagen. Das bedeutet, dass das Eiweiß in kleinere Bausteine (Peptide) zerlegt wurde, die der Körper leichter aufnehmen und weiterverarbeiten kann.
Menge
Außerdem spielt die richtige Menge eine wichtige Rolle. Nur wenn genügend dieser Bausteine im Körper ankommen, kann daraus neues Kollagen gebildet werden. Studien zeigen, dass dafür täglich zwischen 2,5 und 10 Gramm Kollagenpulver sinnvoll sind – abhängig davon, ob es um die Unterstützung von Haut, Gelenken oder Bindegewebe geht.
Anwendungsdauer
Ein weiterer Faktor ist die Dauer der Anwendung. Kollagen wirkt nicht sofort, sondern entfaltet seine Effekte schrittweise. Eine regelmäßige Einnahme über mindestens acht bis zwölf Wochen wird empfohlen, um sichtbare oder spürbare Ergebnisse zu erzielen.
Zusammensetzung des Produkts
Nicht zuletzt spielt auch die Zusammensetzung des Produkts eine Rolle: Vitamin C sollte enthalten sein oder begleitend eingenommen werden, da es die körpereigene Kollagenbildung aktiviert. Auch Spurenelemente wie Zink oder Kupfer können unterstützend wirken. Produkte, die diese Kombination bereits enthalten, sind daher besonders praxistauglich.
Bewirken Cremes mit Kollagen etwas?
Im Gegensatz zu Kollagen zum Einnehmen können Cremes mit Kollagen nicht in tiefere Hautschichten vordringen. Die Kollagenmoleküle in solchen Produkten sind meist zu groß, um durch die Hautbarriere zu gelangen. Deshalb können sie das körpereigene Kollagen in der Haut nicht direkt beeinflussen. Das heißt jedoch nicht, dass diese Cremes wirkungslos sind. Sie können die Haut oberflächlich pflegen, für mehr Feuchtigkeit sorgen oder beruhigend wirken. Aber sie ersetzen keine Kollagenzufuhr von innen. Wer gezielt etwas für das körpereigene Kollagennetz tun möchte – zum Beispiel für straffe Haut, gesunde Gelenke oder ein starkes Bindegewebe – sollte auf eine hochwertige Kollagen-Nahrungsergänzung setzen. Denn nur über die Einnahme gelangen die wichtigen Bausteine genau dorthin, wo sie im Körper tatsächlich gebraucht werden.







