Laktoseintoleranz Diagnose - sanotact GmbH

Laktoseintoleranz Diagnose

Der Beitrag erklärt, wie Laktoseintoleranz diagnostiziert werden kann und stellt dafür verschiedene Testverfahren vor. Genannt werden der H2-Atemtest, der Laktose-Belastungstest und ein Gentest.

Wie wird Laktoseintoleranz diagnostiziert?

Nach dem Genuss von Milchkaffee, Eis oder Quark kommt es zu Beschwerden – und schnell steht der Verdacht auf Laktoseintoleranz im Raum. Doch Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall können viele Ursachen haben. Auch ein Reizdarmsyndrom, eine Fruktosemalabsorption, Zöliakie oder andere Darmerkrankungen kommen infrage. Eine strukturierte Diagnostik sollte deshalb nicht nur klären, ob Laktose unvollständig verdaut wird. Entscheidend ist vielmehr, ob der Milchzucker tatsächlich die individuellen Beschwerden auslöst.

"Der H2-Atemtest: Standardverfahren mit zwei Ergebnissen

Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden gilt der Wasserstoff-Atemtest als wichtigstes nicht invasives Verfahren. Zu Beginn wird nüchtern eine Atemprobe entnommen. Anschließend trinkt die Testperson eine definierte Laktoselösung. Über mehrere Stunden werden in festgelegten Abständen weitere Proben gesammelt und gleichzeitig mögliche Symptome dokumentiert. Der Hintergrund: Wird Laktose im Dünndarm nicht ausreichend gespalten, gelangt sie in den Dickdarm. Dort wird sie von Bakterien verstoffwechselt, unter anderem zu Wasserstoff, der über das Blut in die Lunge gelangt und dort ausgeatmet wird. Die europäische Leitlinie empfiehlt für die Untersuchung einer klinisch relevanten Laktoseintoleranz bei Erwachsenen eine Belastung mit 25 g Laktose. Ein Anstieg des Atemwasserstoffs um mindestens 20 parts per million (ppm) gegenüber dem Ausgangswert spricht für eine Malabsorption. Testdosis, Dauer und Grenzwerte können je nach Praxisprotokoll leicht variieren. Das Entscheidende ist die gemeinsame Auswertung von Messwerten und Beschwerden. Steigt der Wasserstoffwert, ohne dass Symptome auftreten, wird eine Laktosemalabsorption nachgewiesen, jedoch nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Intoleranz. Treten typische Beschwerden zeitlich passend zusammen mit einem auffälligen Atemtest auf, ist der Zusammenhang wesentlich plausibler. Symptome bei unauffälligen Messwerten können dagegen auf eine andere Ursache oder seltener auf eine methodische Einschränkung hinweisen. Einige Zentren messen zusätzlich Methan, weil nicht jeder Mensch bei der bakteriellen Fermentation größere Mengen an Wasserstoff bildet. ausgeatmeten Luft weist daher auf eine geringe Laktoseverträglichkeit hin."

- Dr. Dorothea Portius

Laktose-Belastungstest

Der Laktose-Belastungstest wird oft in Kombination mit dem H2-Atemtest durchgeführt. Dabei trinkt die betroffene Person eine Lösung, die Milchzucker enthält. Anschließend überprüft der Arzt, wie stark der Blutzuckerspiegel ansteigt. Bei normaler Laktoseverwertung steigt der Blutzuckerspiegel deutlich an. Fehlt jedoch das Enzym Laktase, gelangt weniger Glukose ins Blut, sodass der Blutzuckerspiegel entweder konstant bleibt oder nur leicht ansteigt.

Gentest

Die Genanalyse stellt eine der einfachsten und angenehmsten Methoden zur Feststellung eines Laktasemangels dar. Dabei entnimmt der Apotheker mit einem speziellen Wattestäbchen eine Probe der Mundschleimhaut, die anschließend in einem zertifizierten Labor ausgewertet wird. Das Ergebnis liegt meist schon nach kurzer Zeit vor – und oft ist damit die lange Suche nach der Ursache der Verdauungsbeschwerden beendet. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist seine Schonung: Im Gegensatz zum H2-Atemtest muss der Patient keine laktosehaltige Lösung trinken und bleibt somit von möglichen unangenehmen Begleiterscheinungen verschont.

"Und wie zuverlässig sind Tests für zu Hause?

Laborbasierte Atemtests für zu Hause können grundsätzlich nach demselben Prinzip funktionieren wie ein Praxistest. Ihre Qualität hängt jedoch stark von der korrekten Vorbereitung, der zeitgenauen Probenentnahme, dem Transport und der fachlichen Auswertung ab. Ein genetischer Selbsttest liefert wiederum nur Informationen über die Veranlagung.

Auch sogenannte IgG-Lebensmitteltests sind zur Diagnose einer Laktoseintoleranz ungeeignet. Dabei handelt es sich um Bluttests, die bestimmte Antikörper gegen Lebensmittel messen. Solche Antikörper zeigen jedoch meist nur, dass der Körper mit dem jeweiligen Lebensmittel bereits in Kontakt gekommen ist, nicht, dass es Beschwerden verursacht. Bei einer Laktoseintoleranz kommt es zudem nicht zu einer Reaktion des Immunsystems. Entscheidend ist vielmehr, dass der Milchzucker aufgrund einer verminderten Aktivität des Enzyms Laktase nicht vollständig verdaut wird."

- Dr. Dorothea Portius

Weitere Fragen rund um Laktase Tabletten